Meniskusklebung mit ATS/Fibrinkleber

Meniskusrisse biologisch stabilisieren – Operationen möglichst vermeiden

Ein Meniskusriss muss nicht immer operiert werden. Bei ausgewählten, für eine biologische Heilung geeigneten Rissformen kann eine regenerative Behandlung eine Alternative zur Operation darstellen.

Bei der Meniskusklebung mit ATS/Fibrinkleber nutzen wir körpereigene Bestandteile aus dem Blut, um im Bereich des Risses eine stabile Fibrinmatrix zu bilden. Diese kann das verletzte Gewebe lokal stabilisieren und gleichzeitig die körpereigenen Heilungsprozesse unterstützen.

Unser Ziel: den Meniskus möglichst erhalten, die natürliche Heilung fördern und eine Operation – wenn medizinisch sinnvoll – vermeiden.

Was ist ATS/Fibrinkleber?

ATS steht für Autologes Thrombinserum und wird aus dem eigenen Blut des Patienten gewonnen.

In Kombination mit plättchenreichem Plasma (PRP) entsteht eine körpereigene Fibrinmatrix – vereinfacht gesagt eine Art biologischer Gewebekleber.

Diese Matrix wird gezielt in den Bereich der Verletzung eingebracht. Dort kann sie das verletzte Gewebe lokal stabilisieren und gleichzeitig ein biologisches Gerüst für die körpereigenen Reparatur- und Heilungsprozesse bilden.

Besonderer Vorteil: Die verwendeten biologischen Bestandteile werden aus dem eigenen Blut des Patienten gewonnen.

Wie funktioniert die biologische Gewebeklebung?

ATS aktiviert die Umwandlung von Fibrinogen zu Fibrin. Dadurch entsteht eine dreidimensionale Fibrinmatrix, in die unter anderem Blutplättchen und Wachstumsfaktoren eingebettet werden.

Diese Matrix kann:

  • verletztes Gewebe lokal stabilisieren
  • ein biologisches Gerüst für die Gewebeheilung bilden
  • regenerative Prozesse im Bereich der Verletzung unterstützen
  • die lokale Wirkung körpereigener Wachstumsfaktoren unterstützen

So verbinden wir mechanische Stabilisierung und biologische Regeneration in einem Behandlungskonzept.

Für wen kommt eine Meniskusklebung infrage?

Eine Behandlung mit ATS/Fibrinkleber kann insbesondere bei ausgewählten Meniskusverletzungen infrage kommen, bei denen eine biologische Heilung grundsätzlich möglich erscheint.

Dazu gehören beispielsweise:

  • kleinere oder unvollständige Meniskusrisse
  • geeignete frische Meniskusverletzungen
  • umschriebene Meniskusläsionen
  • ausgewählte Meniskusverletzungen bei sportlich aktiven Patienten

Darüber hinaus kann ATS/Fibrinkleber bei bestimmten:

  • Sehnenverletzungen
  • Bandverletzungen
  • Muskelfaserrissen
  • umschriebenen Weichteilverletzungen

eingesetzt werden.

Ob eine Meniskusklebung sinnvoll ist, hängt unter anderem von Art, Größe, Lokalisation und Alter der Verletzung sowie der Gewebequalität ab.

Die Entscheidung treffen wir deshalb individuell nach klinischer Untersuchung und bildgebender Diagnostik – in der Regel mittels Ultraschall und/oder MRT.

In unserem Video zeigen wir Ihnen, wie ATS aus dem eigenen Blut gewonnen und für die regenerative Behandlung vorbereitet wird.

Meniskus erhalten statt entfernen

Der Meniskus übernimmt eine wichtige Funktion für Belastungsverteilung, Stoßdämpfung und Stabilität des Kniegelenks. Ein möglichst weitgehender Erhalt des Meniskus ist deshalb für die langfristige Gelenkfunktion von großer Bedeutung.

Bei geeigneten Rissformen kann die regenerative Meniskusklebung eine Möglichkeit sein, das verletzte Gewebe zu stabilisieren und die körpereigene Heilung zu unterstützen.

Entscheidend ist dabei die sorgfältige Auswahl geeigneter Patienten und Rissformen.

So läuft eine ATS-Behandlung bei uns ab

1. Untersuchung und Bildgebung
Wir prüfen zunächst, ob Art und Lokalisation der Verletzung für eine regenerative Behandlung geeignet sind.

2. Blutentnahme
Aus dem eigenen Blut werden PRP und ATS gewonnen.

3. Herstellung der Fibrinmatrix
ATS aktiviert den natürlichen Gerinnungsprozess und ermöglicht die Bildung einer stabilen Fibrinmatrix.

4. Präzise Applikation
Die Behandlung erfolgt gezielt in den verletzten Bereich – je nach Lokalisation unter Ultraschall- oder MRT-Kontrolle.

5. Schutz und Regeneration
Anschließend kann das behandelte Gewebe vorübergehend durch Tape oder Orthese geschützt werden. Belastungsaufbau und Rehabilitation werden individuell festgelegt.

6. Bei Bedarf zweite Behandlung
Je nach Befund kann nach einigen Wochen eine weitere Anwendung zur weiteren Stabilisierung erfolgen.

Nachbehandlung

Die richtige Nachbehandlung ist ein wichtiger Bestandteil des Behandlungskonzeptes.

Bei Meniskusverletzungen kann – abhängig von Art und Lokalisation des Risses – vorübergehend eine Orthese und/oder Teilbelastung sinnvoll sein.

Anschließend erfolgt ein individuell abgestimmter Belastungsaufbau mit gezielter Physiotherapie und funktionellem Training.

Wann Sport wieder möglich ist, hängt von Verletzung, Heilungsverlauf und klinischem Befund ab und wird individuell festgelegt.

Sicherheit und Verträglichkeit

Da für ATS und PRP körpereigene Blutbestandteile verwendet werden, ist die Behandlung in der Regel gut verträglich.

Vorübergehend können im Bereich der Behandlung auftreten:

  • Schmerzen oder Druckgefühl
  • lokale Reizung
  • leichte Schwellung
  • Bluterguss

Wie bei jeder Injektion besteht zudem ein sehr geringes Risiko für Infektion oder andere injektionsbedingte Komplikationen.

Patienten, die gerinnungshemmende Medikamente einnehmen, sollten uns darüber unbedingt vor der Behandlung informieren. Änderungen der Medikation erfolgen ausschließlich nach ärztlicher Rücksprache.

Unser regeneratives Behandlungskonzept

Wir betrachten die Meniskusklebung nicht als isolierte Behandlung, sondern als Teil eines individuell abgestimmten regenerativen Gesamtkonzeptes.

Je nach Verletzung und Heilungsverlauf kann die ATS-Behandlung mit weiteren Verfahren kombiniert werden, beispielsweise:

  • PRP
  • fokussierter Stoßwellentherapie
  • EMTT
  • Axomera
  • gezielter Physiotherapie und funktioneller Rehabilitation

Ziel ist es, optimale Bedingungen für die körpereigene Gewebeheilung zu schaffen.

Wissenschaft und regenerative Medizin

Die biologische Gewebeklebung mit körpereigenen Blutbestandteilen verbindet zwei wichtige Prinzipien der modernen regenerativen Orthopädie:

Stabilisierung des verletzten Gewebes und Unterstützung der körpereigenen Heilungsprozesse.

Die medizinische Forschung zu biologischen Verfahren und Fibrinmatrices entwickelt sich kontinuierlich weiter. Wir verfolgen diese Entwicklung eng und setzen regenerative Verfahren nach sorgfältiger individueller Indikationsstellung ein.

Unser Ziel

Meniskus und Gewebe möglichst erhalten.

  • Verletzungen biologisch stabilisieren
  • körpereigene Heilungsprozesse unterstützen
  • Funktion und Belastbarkeit wiederherstellen
  • Operationen möglichst vermeiden oder hinauszögern
  • natürliche Strukturen langfristig erhalten

Auf Heilung programmiert – statt operiert.

In vielen Fällen erfolgt die Behandlung ein- bis zweimal. Ob eine weitere Anwendung sinnvoll ist, entscheiden wir abhängig von Verletzung und Heilungsverlauf.

Die Injektion kann kurzfristig als unangenehm empfunden werden. Die Behandlung erfolgt jedoch gezielt und bildgesteuert.

Das hängt von Art und Lokalisation der Verletzung ab. Bei Meniskusverletzungen können vorübergehend Teilbelastung und/oder eine Orthese sinnvoll sein.

Die Rückkehr zum Sport erfolgt schrittweise und abhängig von Verletzung, Heilungsverlauf und klinischem Befund.

Nein. Nicht jeder Meniskusriss eignet sich für eine regenerative Meniskusklebung. Entscheidend sind unter anderem Rissform, Lokalisation, Ausmaß der Verletzung und Qualität des Meniskusgewebes.

Nein. Bei bestimmten Meniskusverletzungen ist eine operative Behandlung weiterhin sinnvoll oder notwendig. Unser Ziel ist es, eine Operation dort zu vermeiden, wo eine regenerative Behandlung medizinisch sinnvoll und erfolgversprechend erscheint.


Gesetzliche Krankenkassen übernehmen die Behandlung in der Regel nicht. Bei privaten Versicherungen und Beihilfestellen kann eine Erstattung abhängig vom individuellen Tarif möglich sein. Auf Wunsch erstellen wir einen Kostenplan.

Zertifikat MasterClass Regenerative Orthopädie

MasterClass für Regenerative Orthopädie

MasterClass für Regenerative Orthopädie Der Abschluss dieser spezialisierten Fortbildung erweitert unsere Expertise im Bereich der modernen regenerativen Gelenktherapie. Für Sie bedeutet das: ein individuell abgestimmtes Behandlungskonzept mit konservativen, minimalinvasiven und regenerativen Möglichkeiten – mit dem Ziel, Schmerzen zu lindern, die Funktion zu verbessern und das natürliche Gelenk möglichst lange zu erhalten.

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