Knöchelschmerz

Achillessehnenschmerzen – Ursachen erkennen und gezielt behandeln

Schmerzen an der Achillessehne gehören zu den häufigsten Überlastungsbeschwerden bei sportlich aktiven Menschen, können aber auch unabhängig von sportlicher Belastung auftreten.

Die Beschwerden können direkt am Ansatz der Achillessehne am Fersenbein oder einige Zentimeter oberhalb davon entstehen. Häufig entwickeln sie sich schleichend und können über Wochen oder Monate bestehen.

Entscheidend für eine erfolgreiche Behandlung ist deshalb zunächst eine möglichst genaue Diagnose.

In unserem MVZ für Orthopädie Flugfeld verbinden wir eine differenzierte orthopädische Diagnostik mit modernen konservativen, funktionellen und regenerativen Therapieverfahren. Unser Ziel ist es, Schmerzen zu lindern, die Belastbarkeit der Sehne wiederherzustellen und eine nachhaltige Rückkehr zu Alltag und Sport zu ermöglichen.

Woher können Achillessehnenschmerzen kommen?

Nicht jeder Schmerz an der Achillessehne hat die gleiche Ursache.

Schmerzen einige Zentimeter oberhalb des Fersenbeins entstehen häufig bei Veränderungen im mittleren Abschnitt der Achillessehne.

Schmerzen direkt am Ansatz am Fersenbein können durch eine sogenannte insertionale Achillessehnentendinopathie verursacht werden.

Begleitend können Veränderungen am Fersenbein, Schleimbeutelreizungen oder mechanische Druckprobleme bestehen.

Plötzlich auftretende starke Schmerzen, insbesondere nach einer schnellen oder explosiven Bewegung, können dagegen auf eine Teil- oder vollständige Ruptur der Achillessehne hinweisen.

Eine genaue Untersuchung ist deshalb wichtig, bevor eine gezielte Therapie begonnen wird.

Häufige Ursachen von Achillessehnenschmerzen

Zu den möglichen Ursachen gehören unter anderem:

  • chronische Überlastung der Achillessehne
  • Achillessehnentendinopathie
  • Reizung am Sehnenansatz
  • degenerative Veränderungen der Sehnenstruktur
  • Teilverletzungen der Achillessehne
  • vollständige Achillessehnenruptur
  • Schleimbeutelreizungen am Fersenbein
  • knöcherne Veränderungen im Bereich des Sehnenansatzes
  • Haglund-Deformität
  • eingeschränkte Beweglichkeit des oberen Sprunggelenks
  • Fehlstellungen von Fuß und Rückfuß
  • muskuläre Dysbalancen
  • ungewohnte oder zu schnelle Steigerung sportlicher Belastung

Gerade bei chronischen Beschwerden sind häufig mehrere Faktoren gleichzeitig beteiligt.

Diagnostik – zuerst die Sehne genau beurteilen

Am Anfang steht die persönliche orthopädische Untersuchung. Dabei beurteilen wir die Achillessehne, den Sehnenansatz, das Sprunggelenk sowie Fußstellung, Beweglichkeit und funktionelle Belastung.

Je nach Befund ergänzen wir die Diagnostik durch:

  • hochauflösende Ultraschalldiagnostik
  • digitales Röntgen bei knöchernen Fragestellungen
  • MRT bei speziellen Fragestellungen
  • dynamische Fußdruckmessung
  • funktionelle Statik- und Bewegungsanalyse

Mit der Ultraschalluntersuchung können Struktur und Dicke der Achillessehne sowie mögliche Teilverletzungen oder Veränderungen des umgebenden Gewebes differenziert beurteilt werden.

Eine präzise Diagnose ist für uns die Grundlage jeder weiteren Therapieentscheidung.

Wie behandeln wir Achillessehnenschmerzen?

Die Behandlung richtet sich nach der Lokalisation der Beschwerden, dem Zustand der Sehne, möglichen Begleitveränderungen und dem individuellen Belastungsniveau.

Gerade bei chronischen Sehnenbeschwerden ist häufig eine Kombination verschiedener Maßnahmen sinnvoll.

Belastung gezielt steuern

Eine vollständige und längerfristige Ruhigstellung ist bei chronischen Achillessehnenbeschwerden meist nicht das Ziel.

Vielmehr sollte die Belastung zunächst so angepasst werden, dass eine Regeneration möglich wird, ohne die Belastbarkeit der Sehne vollständig zu verlieren.

Anschließend erfolgt ein gezielter und schrittweiser Belastungsaufbau.

Sehne gezielt trainieren

Ein strukturiertes Sehnentraining gehört zu den wichtigen Bestandteilen der konservativen Behandlung.

Je nach Befund können unterschiedliche Formen des Krafttrainings eingesetzt werden. Ziel ist es, die Belastbarkeit der Achillessehne schrittweise wieder aufzubauen und gleichzeitig mögliche Defizite von Wadenmuskulatur, Sprunggelenk und Fußfunktion zu behandeln.

Das Trainingsprogramm sollte an die individuelle Situation und die Lokalisation der Sehnenveränderung angepasst werden.

Stoßwellentherapie bei chronischen Beschwerden

Bei chronischen Achillessehnenbeschwerden kann die fokussierte Stoßwellentherapie eine wichtige konservative Behandlungsmöglichkeit darstellen.

Sie wird gezielt im Bereich der veränderten Sehnenstruktur beziehungsweise des Sehnenansatzes eingesetzt und kann mit einem strukturierten Trainingsprogramm kombiniert werden.

EMTT und ergänzende Therapieverfahren

Abhängig vom Befund kann die Stoßwellentherapie durch EMTT sowie funktionelle und physikalische Maßnahmen ergänzt werden.

Auch myofasziale Behandlung kann sinnvoll sein, wenn relevante muskuläre oder fasziale Spannungszustände bestehen.

Regenerative Injektionsverfahren

Bei ausgewählten chronischen Sehnenveränderungen oder Teilverletzungen können regenerative Injektionsverfahren infrage kommen.

Hierzu zählen beispielsweise:

  • PRP (plättchenreiches Plasma)
  • ATS-Fibrinmatrix bei ausgewählten Sehnenverletzungen

Welche Behandlung sinnvoll ist, hängt wesentlich vom Zustand der Sehne und der individuellen Situation ab.

Nicht jede Achillessehnenbeschwerde benötigt eine Injektion. Entscheidend ist ein Behandlungskonzept aus Belastungssteuerung, gezieltem Training und – wenn medizinisch sinnvoll – ergänzenden regenerativen Verfahren.

Welche Rolle spielen Fußstellung und Bewegungsablauf?

Fehlstellungen oder funktionelle Veränderungen von Fuß und Sprunggelenk können die Belastung der Achillessehne beeinflussen.

Bei entsprechenden Hinweisen können deshalb eine dynamische Fußdruckmessung sowie eine funktionelle Analyse sinnvoll sein.

Abhängig vom Befund können beispielsweise eine Optimierung der Fußfunktion, Einlagenversorgung oder Anpassungen von Schuhwerk und Trainingsbelastung Teil des Behandlungskonzeptes sein.

Was tun bei Verdacht auf einen Achillessehnenriss?

Bei plötzlich auftretenden starken Schmerzen nach einer sportlichen oder explosiven Bewegung sollte eine Ruptur der Achillessehne ausgeschlossen werden.

Typisch können ein plötzliches Schnappen oder Schlaggefühl sowie eine deutliche Einschränkung der Abstoßkraft des Fußes sein.

Bei Verdacht auf eine Achillessehnenruptur sollte zeitnah eine ärztliche Untersuchung erfolgen.

Ob eine Ruptur konservativ oder operativ behandelt wird, hängt unter anderem vom Verletzungsmuster, der Position der Sehnenenden, dem funktionellen Anspruch und individuellen Faktoren ab.

Muss eine chronisch schmerzhafte Achillessehne operiert werden?

Nein. Viele chronische Achillessehnenbeschwerden können konservativ behandelt werden.

Entscheidend sind eine genaue Diagnose, eine angepasste Belastungssteuerung und ein strukturierter Wiederaufbau der Sehnenbelastbarkeit.

Bei ausgeprägten strukturellen Veränderungen oder anhaltenden Beschwerden trotz konsequenter konservativer Therapie kann in ausgewählten Fällen eine operative Behandlung sinnvoll werden.

Unser Ziel ist nicht, eine Operation grundsätzlich zu vermeiden, sondern die konservativen Möglichkeiten sinnvoll auszuschöpfen und zum richtigen Zeitpunkt die richtige Therapie zu empfehlen.

Unser Ansatz bei Achillessehnenschmerzen

Diagnose vor Therapie. Belastung gezielt steuern. Sehnenstruktur und Funktion wieder aufbauen.

Wir verbinden moderne Diagnostik, funktionelle Behandlung, Stoßwellentherapie und regenerative Orthopädie zu einem individuellen Behandlungskonzept.

Dabei steht nicht eine einzelne Methode im Mittelpunkt, sondern die nachhaltige Wiederherstellung der Belastbarkeit der Achillessehne.

Sie haben Achillessehnenschmerzen?

Gerne untersuchen wir die Ursache Ihrer Beschwerden und besprechen mit Ihnen, welche konservativen oder regenerativen Behandlungsmöglichkeiten in Ihrem individuellen Fall sinnvoll sind.

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